Rasches Handeln gefordert

Im November 2011 hat der Oberste Gerichtshof klargestellt, dass die wirksame Begründung von Eigentum an Zubehör-Wohnungseigentum die Eintragung im Grundbuch erfordert. Die bloße Zuordnung zur Wohnung im Nutzwertgutachten reicht hingegen nicht aus. Jahrzehntelang hat sich die Praxis in Österreich jedoch mit dieser Zuordnung begnügt und somit bei unzähligen Eigengärten, Keller- und Dachbodenräumen sowie Lagerflächen die zur Wohnungseigentumsbegründung erforderliche Eintragung im Grundbuch verabsäumt. Das vermeintliche Wohnungszubehör gilt somit als allgemeiner Teil der Liegenschaft, nicht aber als Eigentum des Wohnungseigentümers, dem es das Nutzwertgutachten zugeordnet hat.

Betroffene Wohnungseigentümer sollten sich für die mögliche Sanierung dieses Zustands, also die ordnungsgemäße Verbücherung des Zubehörs, nicht mehr lange Zeit lassen: Ein allfälliger Gewährleistungsanspruch wegen Rechtsmangel gegenüber ihrem Verkäufer (insbesondere: Bauträger), der es verabsäumt hat, dem Käufer Eigentum am Wohnungszubehör zu verschaffen, droht bald - im schlimmsten Fall bereits im November 2014 - zu verjähren! Wohnungseigentümer, deren Eigengärten, Keller- und Dachbodenräume sowie Lagerflächen nur vertraglich zugesichert und/oder im Nutzwertgutachten ihrer Wohnung zugeordnet sind, sollten daher ihre möglichen Ansprüche gegen ihre Verkäufer rasch prüfen lassen und gegebenenfalls geltend machen.

Ein klärender Blick in den Kaufvertrag und ins Grundbuch zur Feststellung, ob das Zubehör-Wohnungseigentum zugesichert und auch im Grundbuch eingetragen wurde, ist unumgänglich. Gerne unterstützen wir Sie dabei und bei der Durchsetzung Ihrer Gewährleistungsansprüche.

 

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